
An den schleswig-holsteinischen Küsten gibt es die Wadenfischerei nur an der Ostseeküste. In den Tidengewässern der Nordsee kann man das Wadennetz nicht verwenden. Aber in den Buchten und Förden der Ostsee gehörte dieses Netz bis in die zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts zum hauptsächlich genutzten Fanggerät. Und um Streitigkeiten wegen der Fangplätze unter den Fischern zu vermeiden, gründete man vielerorts Vereine. Jeder Fischer sollte zu seinem Recht kommen und so einigten sich auch die Fischer aus Laboe, Ellerbek und Möltenort mit der Gründung des Laboer Fischervereins 1898 auf strenge Fangregeln.
An der Kieler Förde war Laboe zum bedeutendsten Ort für die Wadenfischer geworden. Das ehemals bedeutendere Fischerdorf Ellerbek auf dem Ostufer der Förde war durch den Aufschwung der damals neuen Werftindustrie verschwunden. Die Fischer mußten nach Wellingdorf umsiedeln. Von den 100 Waden an der Förde kamen einer Zählung von 1890 knapp 40 auf Laboe. Zum Vergleich: In Wellingdorf zählte man nur noch 25 und in Möltenort etwa 15 Waden.